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Alexanderplatz
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Der Alexanderplatz ist ein Platz am nordĂśstlichen Rand der historischen Mitte von Berlin. Der rechteckige Platz im Ortsteil Mitte geht auf den Platz vor dem KĂśnigs Thor zurĂźck und erhielt 1805 nach dem russischen Zaren Alexander I. seinen heutigen Namen. Im Berliner Volksmund wird er meist nur âAlexâ genannt.
Der mehrfach umgestaltete Platz sowie ein GroĂteil der umliegenden Bebauung erlitten im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Luftangriffe erhebliche ZerstĂśrungen. Die Ost-Berliner Verwaltung lieĂ in den 1960er Jahren das Areal des Platzes im Zentrum der DDR-Hauptstadt mit Ausnahme des Alexander- und Berolinahauses total umgestalten. Aus einem zuvor sehr belebten Kreisverkehrsplatz wurde eine FuĂgängerzone, die eine Fläche von rund acht Hektar einnimmt. Auf dieser vierfach grĂśĂeren Fläche entstanden bis 1970 u. a. das Interhotel Stadt Berlin und das HO-Centrum-Warenhaus, die heute als Park Inn und Galeria Kaufhof weiter bestehen.
Nach dem Mauerfall erfolgten weitere Umgestaltungen; mit täglich mehr als 360.000 Passantencite-ref-die-mitte-hochhaus-1-0[1] war der Alexanderplatz 2009 der viertbelebteste Platz in Europacite-ref-die-mitte-hochhaus-1-1[1] und ist laut einer Studie die meistbesuchte Gegend Berlins noch vor der City West um KurfĂźrstendamm und TauentzienstraĂe.cite-ref-2[2] Er ist ein beliebter Ausgangspunkt fĂźr Touristen, die von den beiden gleichnamigen BahnhĂśfen der S-Bahn (Stadtbahn) und U-Bahn aus viele SehenswĂźrdigkeiten wie den Fernsehturm, das Nikolaiviertel sowie das Rote Rathaus erreichen kĂśnnen. Mit den Einkaufszentren Alexa und die mitte, den Rathauspassagen sowie der Galeria Kaufhof gibt es zudem mehrere groĂe Einzelhandelsstandorte.
Fälschlicherweise wird oft auch der sĂźdwestlich hinter dem S-Bahnhof liegende Park am Fernsehturm mit Neptunbrunnen, Marienkirche und Rotem Rathaus dem Alexanderplatz zugeordnet. Diese weiträumige Freifläche im zentralen Bereich der historischen Mitte Berlins, das frĂźhere Marienviertel, gehĂśrt jedoch wie das Marx-Engels-Forum zwischen Spandauer StraĂe und der Spree nicht zum Platz.
Contents
⢠Geschichte
⢠Verkehr
⢠U-Bahn
⢠Bauwerke
⢠Ăberblick
⢠Weltzeituhr
⢠Berolina
⢠Sonstiges
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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StraĂen und Ăśffentlicher Verkehr
Nach dem Umbau in den 1960er Jahren war der gesamte Alexanderplatz den FuĂgängern vorbehalten. Seit 1998 fahren Ăźber ihn wieder StraĂenbahnen.
Im Bahnhof Alexanderplatz halten neben der S-Bahn die RegionalzĂźge von DB Regio und ODEG sowie am Wochenende der Harz-Berlin-Express (HBX). Weiterhin verkehren dort die U-Bahn-Linien U2, U5 und U8 sowie mehrere StraĂenbahn- und Omnibus-Linien.
Rund um den Alexanderplatz verlaufen folgende StraĂen:
⢠NordĂśstlich: AlexanderstraĂe (B 2 und B 5)
⢠SĂźdĂśstlich:GrunerstraĂe/AlexanderstraĂe (B 1)
⢠SĂźdwestlich (vor dem S-Bahnhof in der FuĂgängerzone): DircksenstraĂe
Vom Rand des Platzes fĂźhren radial mehrere AusfallstraĂen an die Berliner Peripherie. Dazu gehĂśren im Uhrzeigersinn von Norden nach SĂźdosten:
⢠MemhardstraĂe/Rosa-Luxemburg-StraĂe â Rosa-Luxemburg-Platz â SchĂśnhauser Allee (zur B 96a)
⢠Karl-Liebknecht-StraĂe â Kreuzung MollstraĂe/Prenzlauer Tor â Prenzlauer Allee (BundesstraĂe 109 zum Dreieck Pankow am Berliner Ring)
⢠GrunerstraĂe/AlexanderstraĂe â Otto-Braun-StraĂe (B 2) â (Kreuzung MollstraĂe) â Greifswalder StraĂe (B 2 Ăźber Berliner Allee zum Dreieck Barnim am Berliner Ring)
⢠Karl-Marx-Allee (B 1 und B 5) â Strausberger Platz â Karl-Marx-Allee/Frankfurter Tor â Frankfurter Allee (B 1 und B 5 zur Anschlussstelle Berlin-Hellersdorf am Berliner Ring)
Geschichte
Der Platz bis zum beginnenden 18. Jahrhundert
Im 13. Jahrhundert entstand unweit des heutigen Platzes das Spital Heiliger Georg. Es war der Namensgeber fĂźr das Georgentor in der Berliner Stadtmauer, das anfangs nach seiner Richtung Oderberger Tor hieĂ. Zu dieser Zeit war die Fläche vor dem Tor weitestgehend unbebaut, um das Jahr 1400 lieĂen sich hier erste Siedler in ärmlichen strohgedeckten Katen nieder. Da der Galgen nicht weit ab stand, nannten die Menschen den Ort âTeufels Lustgartenâ.cite-ref-3[3] Vor diesem Stadtzugang liefen die wichtigsten aus dem Norden und Nordosten kommenden StraĂen zusammen, beispielsweise aus Oderberg, Prenzlau und Bernau aber auch die StraĂen aus den groĂen Hansestädten an der Ostsee. Der Platz wurde zunächst einfach Platz vor dem Stadttor genannt. In unmittelbarer Nähe auĂerhalb der Stadtmauer erstreckten sich die Begräbnisstätten der St. Marien- und St. Nikolai-Kirchgemeinden.cite-ref-schicht-4-0[4]
Nach dem DreiĂigjährigen Krieg wurde die Stadtmauer verstärkt. 1658 bis 1683 entstand nach Planungen des Linzer Baumeisters Johann Gregor Memhardt ein Festungsring. Memhardts erste Tätigkeit war eine topografische Bestandsaufnahme, wodurch der erste Plan der Residenzstadt entstand. Die neue Festung enthielt 13 Bastionen, die durch Wälle miteinander verbunden waren. Der Festung vorgelagert war ein bis zu 50 m breiter Wassergraben. Bei der Errichtung des Festungsrings wurden unter anderem einige Tore geschlossen, beispielsweise das sĂźdĂśstlich gelegene Stralauer Tor. Dies lieĂ das Georgentor nochmals an Bedeutung gewinnen. Dass der Alexanderplatz nicht die Ăźbliche rechteckige Form hatte, erklärt sich â wie auch beim Hackeschen Markt â aus seiner Lage zwischen den Festungswällen.
Im Gebiet vor dem Georgentor lieĂ der GroĂe KurfĂźrst unter Verzicht auf den Grundzins gĂźnstige LandstĂźcke vergeben, sodass die Ansiedlungen schnell heranwuchsen. 1681 wurden Viehhandel und Schweinemast innerhalb der Stadt verboten. Auf dem Platz vor dem Georgentor etablierte sich ein Viehmarkt, der dem Platz die Bezeichnung Ochsenmarkt oder Ochsenplatz gab,cite-ref-behrensbuchpfalz-5-0[5] auch ein Wochenmarkt etablierte sich.
So entwickelte sich um den Platz Ende des 17. Jahrhunderts langsam eine Vorstadt â die Georgenvorstadt â die trotz eines Bauverbots 1691 weiter gedieh, sodass um 1700 schon mehr als 600 Häuser entstanden waren. Anders als die Vorstädte im SĂźdwesten Berlins (Friedrichstadt, Dorotheenstadt), die planmäĂig und streng geometrisch angelegt wurden, wucherten die Vorstädte im Nordosten (neben der Georgenvorstadt auch die Spandauer Vorstadt und die Stralauer Vorstadt) planlos.
Das Georgentor war zu diesem Zeitpunkt ein rechteckiges Turmgebäude, in dessen Turmstuben Wächter saĂen, die bei Anbruch der Dunkelheit das Tor mit schweren Eichenbohlen zu schlieĂen hatten. AuĂerdem beherbergten die oberen Stockwerke das Stadtgefängnis.cite-ref-6[6] Neben dem Turm befand sich noch einer der TĂźrme der mittelalterlichen Stadtmauer. Eine ZugbrĂźcke Ăźberspannte den Festungsgraben. Nach Nordosten fĂźhrte Ăźber den Viehmarkt hinweg die LandstraĂe in Richtung Bernau, zu deren Rechten die Georgenkapelle sowie ein 1672 von der KurfĂźrstin Sophie Dorothea gestiftetes Hospital und ein Waisenhaus standen. Neben der Kapelle befand sich das mittelalterliche Pesthaus, das 1716 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Dahinter gab es einen SchĂźtzenplatz und einen Gasthof, den späteren Stelzenkrug. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts lebten in dieser Gegend bereits 600â700 Familien, darunter zahlreiche Schlächter, Viehmeister, Schäfer und Meier. Die Georgenkapelle wurde zur Georgenkirche aufgewertet und bekam einen eigenen Prediger.
KĂśnigs Thor Platz (1701â1805)
Nachdem der preuĂische KĂśnig Friedrich I. nach seiner KrĂśnung in KĂśnigsberg am 6. Mai 1701 durch das Georgentor in Berlin eingezogen war, wurde dieses nun KĂśnigstor genannt. Der Platz erhielt in offiziellen Dokumenten den Namen KĂśnigs Thor Platz. Auch die Georgenvorstadt hieĂ nun KĂśnigsvorstadt (kurz: KĂśnigsstadt). 1734 wurde die Berliner Zollmauer errichtet, die zunächst aus einem Palisadenzaun bestand und die ringfĂśrmig um die alte Stadt gewachsenen Vorstädte zusammenfasste. Dadurch verlor das Tor an Bedeutung und wurde schlieĂlich im Jahr 1746 abgetragen. Ende des 18. Jahrhunderts war die KĂśnigsvorstadt in ihrer Grundstruktur mit unregelmäĂigen BlĂścken geschaffen, bedingt durch die vom Tor in verschiedene Richtungen abgehenden StraĂen. GroĂe Manufakturen (Seide und Wolle) wie der Kurprinz (eine der ersten Tuchfabriken der Stadt in einer ehemaligen Scheune) und ein Arbeitshaus (1758 eingerichtet), das als Asyl fĂźr Bettler und Obdachlose fungierte und in dem die Insassen zur Arbeit in der TretmĂźhle angehalten wurden, mit der eine richtige MĂźhle angetrieben wurde.cite-ref-geschichte-t-3-7-0[7]
Zwischen 1752 und 1755 lebte Gotthold Ephraim Lessing in einem Haus am Alexanderplatz. 1771 wurde an der Stelle des KĂśnigstores eine neue SteinbrĂźcke Ăźber den Festungsgraben (die KĂśnigsbrĂźcke) gebaut, an deren Seiten 1777 die von Carl von Gontard geplanten KĂśnigskolonnaden mit Verkaufseinrichtungen darunter errichtet wurden. 1783â1784 entstanden sieben dreigeschossige, von Georg Christian Unger errichtete Gebäude um den Platz, unter anderem der berĂźhmte Gasthof zum Hirschen, in dem Heinrich von Kleist in den letzten Tagen vor seinem Suizid lebte und auch Karl Friedrich Schinkel einige Zeit Dauermieter war.
Nach dem Siebenjährigen Krieg hatte sich das KĂśnigreich PreuĂen als Staat stabilisiert und der Alte Fritz setzte den Fokus auf mehr militärische Einrichtungen. Er beauftragte den Baumeister David Gilly mit der Errichtung einer Reit- und Exerzierhalle auf der Fläche neben dem KĂśnigsplatz. Dazu mussten die Gräber beseitigt werden oder sie wurden einfach Ăźberbaut. Die protestierenden Kirchengemeinden beschied der KĂśnig unter anderem mit: â[âŚ] Wenn die Soldaten dort Ăźben, hätten die Toten doch Geselligkeit.â Die 1800 eingeweihte Militärhalle war rund 80 m lang und 17 m breit. Fundamentreste sowie die Reste des Friedhofs (35 Gräber) wurden bei archäologischen Grabungen im Herbst 2019 unter Leitung von Torsten Dressler untersucht und dokumentiert.cite-ref-schicht-4-1[4] Das Exerzierhaus und der benachbart angelegte Paradeplatz dominierten nun fast 150 Jahre lang das Gebiet.
Die rund um den Platz Ansässigen waren im 19. Jahrhundert meist Handwerker, Kleinbßrger, ausgemusterte Soldaten und Manufakturarbeiter.cite-ref-geschichte-t-3-7-1[7] Der sßdliche Teil des späteren Alexanderplatzes war mit Bäumen vom Verkehr abgetrennt und diente als Paradeplatz, wohingegen die nÜrdliche Hälfte weiterhin Markt blieb. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts fand hier jedes Jahr im Juni die bedeutendste Wollmesse Deutschlands statt.
Bedeutung des Platzes fĂźr die Residenzstadt Berlin (1805â1900)
Auf dem Paradeplatz vor dem alten KÜnigstor wurde am 25. Oktober 1805 der russische Zar Alexander I. zu einem Besuch empfangen. Anlässlich dieses Ereignisses erlieà KÜnig Friedrich Wilhelm III. am 2. November folgende Verfßgung zur Umbenennung des Platzes in Alexanderplatz:cite-ref-geschichte-t-4-8-0[8]
âDa Se. KĂśnigliche Majestät mittels allerhĂśchster Kabinetts-Ordre vom 2ten dieses, der in der KĂśnigs-Vorstadt gelegenen Sandgasse den Namen KaiserstraĂe, und dem Platz vor dem Arbeitshause in eben gedachter Vorstadt den Namen Alexander-Platz beizulegen geruhet haben, so wird solches dem Publikum hiermit zur Nachricht und Achtung bekanntgemacht.â
â
KĂśnigl.-PreuĂ. Polizei-Direktorium
Im SĂźdosten des Platzes wurde das Tuchmanufakturgebäude im Auftrag des Kaufmanns Cerf von Carl Theodor Ottmer fĂźr 120.000 Taler zum KĂśnigstädter Theater umgebaut. Die Grundsteinlegung erfolgte am 31. August 1823 und die ErĂśffnung am 4. August 1824. Aus finanziellen GrĂźnden musste das Theater am 3. Juni 1851 schlieĂen. Danach wurde das Gebäude zunächst als Wollmagazin, später als Mietshaus und bis zum Abriss 1932 als Gasthaus Aschinger genutzt.
Der Alexanderplatz wurde in diesen Jahren von Fischfrauen, Wasserträgern, Sandmännern, Plundermatzen (= Lumpenhändler oder Lumpensammler), Scherenschleifern und Eckenstehern (= TagelÜhner, vgl. Eckensteher Nante) bevÜlkert.cite-ref-geschichte-t-4-8-1[8]
Wegen der Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt fuhren bereits 1847 viertelstĂźndlich Pferdeomnibusse von hier zum Potsdamer Platz.cite-ref-behrensbuchpfalz-5-1[5]
Während der Märzrevolution 1848 kam es auch auf dem Alexanderplatz zu StraĂenkämpfen. Revolutionäre blockierten den Weg vom Platz in die Stadt mit Barrikaden. Auch Theodor Fontane, der ganz in der Nähe in einer Apotheke arbeitete, beteiligte sich am Aufbau dieser Barrikaden und beschrieb später, wie er mit Material aus dem KĂśnigstädter Theater half, die Neue KĂśnigstraĂe zu verbarrikadieren: âEs ging Ăźber den Alexanderplatz weg auf das KĂśnigstädter Theater zu, das alsbald wie im Sturm genommen wurde.âcite-ref-9[9]
Im 19. Jahrhundert wuchs die gesamte KĂśnigsstadt weiter, wobei bereits am Anfang des Jahrhunderts eine dreigeschossige Bebauung erreicht war und Mitte des Jahrhunderts eine viergeschossige. Ende des Jahrhunderts waren die meisten Gebäude bereits fĂźnfgeschossig. Die groĂen Manufakturen und Militäreinrichtungen wichen der Wohnbebauung (vor allem Mietwohnungen fĂźr die neu in die Stadt gezogenen Fabrikarbeiter) und Handelshäusern.
Anfang der 1870er Jahre lieĂ die Berliner Verwaltung den ehemaligen Festungsgraben zuschĂźtten, um auf ihm die Berliner Stadtbahn zu errichten, die 1882 erĂśffnet wurde und mit ihr der Stadtbahnhof Alexanderplatz. 1883â1884 entstand das Grand HĂ´tel, ein Neorenaissancebau mit 185 Zimmern und zum Platz hin mit Läden im Erdgeschoss. Von 1886 bis 1890 wurde auĂerdem von Hermann Blankenstein das Polizeipräsidium erbaut, ein riesiger Backsteinbau, dessen nĂśrdlicher Eckturm das Gebäude dominierte. Bis 1890 entstand auch das Amtsgericht am Alexanderplatz.
Im Jahr 1886 errichteten die Stadtväter westlich der Stadtbahn eine Zentralmarkthalle, woraufhin 1896 der Wochenmarkt auf dem Alexanderplatz verboten wurde. Durch die freiwerdenden Flächen teilte sich der Platz nun funktional. Während Ende des 19. Jahrhunderts der aufkommende Individualverkehr und die ersten Pferdeomnibuslinien den nĂśrdlichen Teil dominierten, war der sĂźdliche Teil (der ehemalige Paradeplatz) ruhiger, und der Gartendirektor Hermann Mächtig gestaltete ihn 1889 gärtnerisch. Im Nordwesten des Platzes wurde 1895 auf einer zweiten, kleineren GrĂźnfläche die 7 1â2 m hohe kupferne Berolina-Statue von Emil Hundrieser aufgestellt.
Um die Jahrhundertwende entwickelte sich ein â heute vorwiegend als Einkaufsviertel genutztes â Gebiet nahe dem Alexanderplatz. Das sogenannte Scheunenviertel war das Zuhause vieler armer Menschen. Im Roman Berlin Alexanderplatz von Alfred DĂśblin werden die damaligen Zustände eindrucksvoll beschrieben.
BlĂźtezeit zwischen dem Kaiserreich und der NS-Zeit (1900â1940)
Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte der Alexanderplatz seine BlĂźtezeit. 1901 grĂźndete Ernst von Wolzogen in der ehemaligen SezessionsbĂźhne in der AlexanderstraĂe 40 zunächst unter dem Namen Buntes Brettl das erste deutsche Kabarett, das Ăberbrettl. Geboten wurde nach den AnkĂźndigungen âKabarett als gehobene Unterhaltung mit Kunstanspruch. Kaisertreu und Marktorientiert steht das unkritische AmĂźsement im Vordergrundâ.
Ebenfalls in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte eine Umnutzung der noch immer vorhandenen Exerzierhalle, sie wurde zur Kleinen Alexhalle und wurde rasch von den Berlinern akzeptiert. Zur Zwischenlagerung der Waren erhielt die Halle gemauerte Kellerräume.cite-ref-schicht-4-2[4]
Am Platz lieĂen die Kaufleute Hermann Tietz, Georg Wertheim und Friedrich Hahn nun groĂe Warenhäuser errichten, die nach ihren EigentĂźmern benannt wurden: Tietz (1904â1911), Wertheim (1910â1911) und Hahn (1911). Im Oktober 1905 erĂśffnete am Alexanderplatz, geplant von den Architekten Wilhelm Albert Cremer und Richard Wolffenstein, die bereits im Wettbewerb zum Bau des Reichstagsgebäudes einen zweiten Preis errungen hatten, der erste Bauabschnitt des Warenhauses Tietz. Es verstand sich als Volkswarenhaus fĂźr die Berliner, während sich das Kaufhaus Wertheim eher als Weltstadtwarenhaus fĂźr die Welt definierte. Das Warenhaus Tietz erfuhr noch weitere Bauabschnitte und hatte letztendlich 1911 eine Ăźberbaute Grundfläche von 7300 m² und zu dieser Zeit mit 250 m Länge die längste Kaufhausfassade der Welt.cite-ref-12[12] FĂźr den Bau des Wertheim-Kaufhauses, einer Filiale des Hauses am Leipziger Platz, die von den Architekten Heinrich Joseph Kayser und Karl von GroĂheim entworfen wurde, mussten 1910 die KĂśnigskolonnaden abgetragen werden, die seither im Heinrich-von-Kleist-Park in SchĂśneberg stehen.
Im Oktober 1908 wurde in der AlexanderstraĂe 41 neben dem Bunten Brettl das von Hans Toebelmann und Henry GroĂ entworfene Lehrervereinshaus eingeweiht. Bauherr war der Berliner Lehrerverein, dem das Geschäftshaus mit Konditorei und Restaurant im Erdgeschoss als Mieteinnahmequelle diente. Im hinteren Bereich des GrundstĂźcks bis zur Kurzen StraĂe hatte der Verein sein Verwaltungsgebäude und einen Hoteltrakt fĂźr Vereinsmitglieder sowie ein Saalgebäude fĂźr Veranstaltungen. Unter anderem fanden hier am 2. Februar 1919 die Trauerfeier fĂźr Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg sowie am 4. Dezember 1920 der Vereinigungsparteitag von KPD und USPD statt. Die pädagogische Bibliothek des Lehrervereins fand in diesem Gebäude ihren Platz. Sie Ăźberstand hier als Deutsche LehrerbĂźcherei zwei Weltkriege und ist heute in die Bibliothek fĂźr Bildungsgeschichtliche Forschung eingegliedert.cite-ref-13[13]
BegĂźnstigt wurde das Aufleben des Platzes durch seine Funktion als Verkehrsknotenpunkt. Neben den drei unterirdischen U-Bahn-Linien (ab 1913 beziehungsweise 1930) hielten hier die Fern- und S-Bahn auf den ViaduktbĂśgen der Stadtbahn, Omnibusse sowie ab 1877 Pferde- und seit 1898 auch elektrische StraĂenbahnen,cite-ref-14[14] die von hier aus sternfĂśrmig in alle Himmelsrichtungen fuhren. So entstanden fĂźnf Verkehrsebenen. Der U-Bahnhof wurde von Alfred Grenander entworfen und war in der Farbfolge der U-BahnhĂśfe, die am Leipziger Platz mit GrĂźn begann, im dunklen Rot gehalten. In den Goldenen Zwanzigern war der Alexanderplatz neben dem Potsdamer Platz der Inbegriff der lebhaft pulsierenden Weltstadt Berlin. Viele der ihn begrenzenden Gebäude und BahnbrĂźcken trugen groĂe Leuchtreklametafeln, die die Nacht zum Tag machten. Sein Gesicht änderte sich von Tag zu Tag.
Unter anderem warb die Berliner Zigarettenfirma Manoli mit einem Ring aus NeonrĂśhren, der ständig um eine schwarze Kugel kreiste. Das sprichwĂśrtlich durchgedrehte âBerliner Tempoâ jener Jahre wurde daraufhin mit âtotal manoliâ charakterisiert (siehe Berlinisches WĂśrterbuch). Der Schriftsteller Kurt Tucholsky schrieb ein Gedicht, und der Komponist Rudolf Nelson machte daraus die legendäre Revue Total manoli mit der Tänzerin Lucie Berber. Dem Schriftsteller Alfred DĂśblin diente der Platz namensgebend fĂźr seinen Roman Berlin Alexanderplatz und Walter Ruttmann drehte seinen Film Berlin â Die Sinfonie der GroĂstadt 1927 auch am Alexanderplatz. Der Platz âplatzteâ bald aus allen Nähten.
Im Zusammenhang mit dem drohenden Kollaps des Individualverkehrs am Alexanderplatz schlug der damalige Baustadtrat Martin Wagner Ende der 1920er Jahre eine Umgestaltung des Areals vor. Der Platz sollte dem Verkehr angepasst und die Gebäude architektonisch einheitlich sein. Wagner entwarf 1929cite-ref-15[15] einen Plan, in dem der Platz zu einem Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 100 m umgestaltet werden sollte. Der Entwurf sah auĂerdem zwĂślf Meter breite StraĂen mit zehn Meter breiten BĂźrgersteigen vor.cite-ref-behrensbuchpfalz-5-2[5] Um dieses Rondell herum sollten siebengeschossige Gebäude entstehen.
Die Neue KĂśnigstraĂe und die Landsberger StraĂe, die von Nordosten in den Platz mĂźndeten, sollten dabei von Gebäuden Ăźberbaut werden mit zwei Etagen hohen Durchfahrten. Damit wollte Wagner erreichen, dass der Platz architektonisch geschlossen war. FĂźr das Warenhaus Tietz im Nordwesten des Platzes war eine neue Fassade vorgesehen.
Nach den Vorgaben Wagners wurde ein beschränkter Architekturwettbewerb gestartet, an dem fßnf Berliner und ein KÜlner Architektenbßro teilnehmen durften. Neben dem Siegerentwurf des Bßros Hans und Wassili Luckhardt mit Alfons Anker nahmen auch Peter Behrens, Ludwig Mies van der Rohe, Paul Mebes, Johann Emil Schaudt und Heinrich Mßller-Erkelenz an diesem Wettbewerb teil. Die Entscheidung fiel am 5. Februar 1929. Als einziger Architekt hielt sich Mies van der Rohe nicht an die Vorgaben und belegte den letzten Platz des Wettbewerbs.
Da sich nicht genĂźgend private Investoren zur Umsetzung des Plans von Luckhardt fanden, kam der Berliner Magistrat auf Behrensâ Entwurf zurĂźck, obwohl er im Architekturwettbewerb nur den zweiten Platz belegt hatte. Behrens hatte eine ovale Form (Länge 97 m, Breite 63 m) vorgesehen, mit Rasen begrĂźnt und einer Ligusterhecke eingefasst,cite-ref-bza-t-7-16-0[16] um den hufeisenfĂśrmig Gebäude errichtet werden sollten.
Bis Anfang der 1930er Jahre wurden zwei der von Peter Behrens geplanten Gebäude parallel zur Stadtbahn errichtet: das Alexanderhaus und das Berolinahaus. Hierzu mussten Aschinger und das ehemalige KĂśnigstädtische Theater sowie die Häuserzeile an der Stadtbahn abgebrochen werden, darunter das Haus mit den 99 SchafskĂśpfen. Der neue Kreisverkehr nahm sechs StraĂen auf. Die 7 1â2 m hohe Berolina-Figur, die 1925 dem Bau des neuen Kreuzungsbahnhofs der Untergrundbahn weichen musste, wurde 1934 vor dem Alexanderhaus neu aufgestellt.
Doch auch Behrensâ Entwurf konnte nicht komplett umgesetzt werden, da der GroĂteil der Flächen Privateigentum war und die Ankaufsumme fĂźr die GrundstĂźcke bei gewaltigen 20 Millionen Mark lag (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: rund 108,6 Millionen Euro). Das US-amerikanische Konsortium, das das Alexander- und Berolinahaus bauen lieĂ, hatte nach der Weltwirtschaftskrise kein Geld fĂźr weitere Bauten, und auch andere Investoren fanden sich nicht. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus gab es keine Neubauten am Alexanderplatz. Die Planunterlagen fĂźr die nĂśrdlich begrenzenden Behrensbauten fand man vor einigen Jahren in einem verschlossenen Raum des Bunkers am U-Bahnhof Gesundbrunnen.
Im Jahr 1936, als in Berlin die Olympischen Sommerspiele stattfanden, war das Verkehrsaufkommen an diesem Knoten besonders hoch, eine Verkehrszählung ergab 35.000 Fahrzeuge in der Zeit zwischen 7 und 21 Uhr. Der Alex war damit der damals verkehrsreichste Platz in Berlin.cite-ref-bza-t-7-16-1[16]
ZerstĂśrung des Platzes und der umliegenden Bauwerke (1940â1945)
Zu einer der grĂśĂten Luftschutzanlagen der Stadt zählte im Zweiten Weltkrieg der Tiefbunker unter dem Alexanderplatz. Er war 1941 bis 1943 im Auftrag der Deutschen Reichsbahn von der Firma Philipp Holzmann erbaut worden.cite-ref-17[17]
Die Kriegshandlungen erreichten den Alexanderplatz Anfang April 1945. Die Berolina-Statue war schon 1944 entfernt und vermutlich zu RĂźstungszwecken eingeschmolzen worden. Während der Schlacht um Berlin beschoss die Artillerie der Roten Armee auch die Stadtquartiere um den Alexanderplatz. Die Kämpfe der letzten Kriegstage zerstĂśrten erhebliche Teile der KĂśnigsvorstadt sowie viele der Gebäude rund um den Alexanderplatz. Die Wehrmacht hatte sich in den Tunneln der U-Bahn verschanzt. Wenige Stunden vor Einstellung der Kampfhandlungen in Berlin sprengten am 2. Mai 1945 Truppen der SS den Nord-SĂźd-Tunnel der S-Bahn unter dem Landwehrkanal, um das Vordringen der Roten Armee in die Berliner Innenstadt zu erschweren. Der gesamte Tunnel wurde geflutet und Ăźber einen Verbindungsgang am U-Bahnhof FriedrichstraĂe auch groĂe Teile des U-Bahn-Netzes (siehe: Berliner U-Bahn/Geschichte: Die U-Bahn unter Wasser). Dabei kamen viele Personen ums Leben, die in den Tunneln Schutz gesucht hatten.cite-ref-bza-t-8-18-0[18] Von den damals 63,3 Tunnelkilometern der U-Bahn waren rund 19,8 Kilometer von Ăźber einer Million Kubikmeter Wasser Ăźberflutet.
EnttrĂźmmerung und Wiederaufbau (1945â1964)
Bevor ein planmäĂiger Wiederaufbau des gesamten Alexanderplatzes erfolgen konnte, wurden in Massenaktionen die Kriegsruinen enttrĂźmmert. Die Fläche des Platzes avancierte zu einem beliebten Schwarzmarkt fĂźr Tauschgeschäfte kleiner Leute aber auch fĂźr ganze Schieberringe. Die Polizei machte mehrfach täglich Razzien zur Eindämmung dieser illegalen Handelstätigkeit.cite-ref-bza-t-8-18-1[18]
Die Wiederaufbauplanung des Berliner Innenstadtgebietes nach dem verlorenen Krieg stand im Zeichen eines Neubeginns unter der Prämisse, dem schnell anwachsenden Kraftfahrzeugverkehr auf den innerstädtischen DurchgangsstraĂen nun mehr Raum zu geben. Diese Idee einer autogerechten Stadt ging auf Ăberlegungen und ReiĂbrettplanungen Hilbersheimers und Le Corbusiers aus den 1930er Jahren zurĂźck. Hans Scharouns Kollektivplan von 1946 sah daher groĂflächige Abrisse vor, die Platz fĂźr breite StraĂenschneisen der geplanten Bandstadt entlang des Landwehrkanals schaffen sollten. Die Teilung Berlins und die sich verschärfende Wohnungsfrage verhinderten die konsequente Umsetzung dieses radikalen Planansatzes. Grundlage fĂźr den Aufbau im Ostteil Berlins wurden die 16 Grundsätze des Städtebaus vom 27. Juli 1950 und die daraus folgenden Grundsätze fĂźr die Neugestaltung der Berliner Innenstadt vom 23. August 1950. Am 6. September 1950 wurde vom Ost-Berliner Magistrat das Aufbaugesetz verabschiedet.
Die Grundsätze fĂźr die Neugestaltung der Berliner Innenstadt sahen eine 90 m breite StraĂe vom Osten Ăźber den Alexanderplatz zum Boulevard Unter den Linden vor. Die Umsetzung begann 1951 in der Stalinallee. Anstelle der zerstĂśrten Wohn- und Handelshäuser wurden in Plattenbauweise neue Gebäude errichtet.
Die wiederaufbaufähige Ruine der Georgenkirche wurde, trotz massiver Proteste und Klagen, am 18. Juni 1949 auf Anordnung des Ost-Berliner Magistrats gesprengt.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20] Die Ruine des im Krieg zerstĂśrten Lehrervereinshaues an der AlexanderstraĂe 41 wurde beseitigt und 1961â1964 durch das Haus des Lehrers mit der angrenzenden Kongresshalle ersetzt.
Idee eines âsozialistischenâ Platzes (1964â1989)
Der V. Parteitag der SED hatte 1958 den Beschluss gefasst, die damalige Stalinallee als Ăśstliche Achse Berlins â im Gegensatz zur vormaligen, Ăźber die SchillingstraĂe mit dem Platz verbundenen GroĂen Frankfurter StraĂe â gradlinig bis zum Alex durchzuziehen. Der Magistrat hatte im FrĂźhjahr 1964 einen Wettbewerb zur Neugestaltung des Alexanderplatzes ausgeschrieben. Teilnehmen durften sechs Architekturkollektive. Wettbewerbsgewinner wurde der Entwurf des Stadtbauamts im Kollektiv von Schweizer, Tscheschner und Schulz sowie Näther, das die Gesamtkonzeption entwickelte.cite-ref-21[21] Nach diesem Plan sollte der Platz vollständig vom flieĂenden Verkehr befreit und die StraĂen tangential daran vorbeigefĂźhrt werden. Weitere zwei StraĂendurchbrĂźche in Form von Verkehrs-Spangen waren vorgesehen:
⢠Die westlich am Platz vorbeifĂźhrende Karl-Liebknecht-StraĂe als Verbindung von der in sie mĂźndenden, von Norden kommenden Prenzlauer Allee zur zentralen StraĂe Unter den Linden und
⢠die GrunerstraĂe mit einem Autotunnel als Verbindung zwischen Leipziger StraĂe und Otto-Braun-/Greifswalder StraĂe im SĂźdosten des Alexanderplatzes.
Auch die sĂźdlich angrenzende RathausstraĂe sollte zur FuĂgängerzone umgestaltet werden. Die Ăberschneidung von FuĂgänger- und Fahrzeugverkehr sollte durch die Anlage groĂzĂźgiger unterirdischer âFuĂgängeâ entflochten werden; dies sollte die Aufenthaltsqualität auf dem Alexanderplatz verbessern. Bei der schrittweisen Verwirklichung dieser Pläne wurde der Platz von seinem ursprĂźnglich urbanen städtischen Umfeld abgekoppelt. Durch den Abriss weiterer Gebäude und die Verlegung der StraĂenzĂźge entstand eine Ăźberdimensionierte Platzfläche.cite-ref-22[22] FĂźr den Bau des StraĂentunnels wurde das Anfang der 1930er Jahre im Stil der Neuen Sachlichkeit erbaute, nach leichten Kriegsschäden instandgesetzte Minolhaus abgerissen; fĂźr die Verbreiterung der GrunerstraĂe wurden zudem die zum Wiederaufbau vorgesehene Ruine des Refektoriums des Grauen Klosters und ein FlĂźgel des Berliner Stadtgerichts abgerissen.
Im Jahr 1966 hatte eine Verkehrszählung ergeben, dass in Spitzenzeiten 10.000 Personen die Stationen der U- und S-Bahn am Alexanderplatz nutzten. 3600 Pkw, 136 StraĂenbahnen und 60 Omnibusse Ăźberquerten pro Stunde den Platz, dazu kamen 26.000 FuĂgänger.cite-ref-bza-t-9-23-0[23] Im März 1966 begann die Umsetzung der Neubauplanung des Alexanderplatzes auf der Grundlage des Architekturwettbewerbs. 34 Häuser wurden abgerissen; 550 Familien und 67 Gewerbeobjekte mussten umziehen.cite-ref-behrensbuchpfalz-5-3[5] 1967 wurden alle StraĂenbahn-Linien vom Platz entfernt und anderweitig gefĂźhrt. Am Morgen des 2. Januar 1967 Ăźberquerte gegen 4:30 Uhr eine Bahn der Linie 69 als letzte das Platzoval. Auf der nordwestlichen Platzseite entstanden bis 1969 das Centrum-Warenhaus und das 120 m hohe Interhotel Stadt Berlin. In der gleichen Zeit wurden auf der Nordseite das Haus des Berliner Verlages, das zehngeschossige Haus der Elektroindustrie, das Haus der Statistik (1970) und das siebzehngeschossige Haus des Reisens (1971) errichtet. Im Jahr 1969 wurde die Platzfläche neu gestaltet: Walter Womackas Brunnen der VĂślkerfreundschaft und Erich Johns Urania-Weltzeituhr schmĂźckten nun den Bereich. Sie wurden bald zu Treffpunkten von Berlinern und Touristen. Damit war die bauliche Fassung und Umgestaltung des Alexanderplatzes im Sinne einer sozialistischen Stadtplanung fertiggestellt. Die Platzfläche war mit 80.000 m² mehr als viermal so groĂ wie vor dem Zweiten Weltkrieg (18.000 m²). Die ihn umgebenden breiten StraĂen trennten den Alexanderplatz von den benachbarten Wohnquartieren.
Die Planung und konzeptionelle Ausgestaltung folgte dem Beispiel Moskaus. Ăhnlich wie der Rote Platz war der Alexanderplatz als zentraler Kundgebungsort fĂźr GroĂveranstaltungen geplant. Der 125 m breite StraĂenzug der Karl-Marx-Allee diente als Aufmarschplatz fĂźr die alljährlichen Paraden der Nationalen Volksarmee im Rahmen der Feier der GrĂźndung der DDR. Der Alexanderplatz gilt als ein Beispiel fĂźr ideologisch beeinflusste Architektur in der Deutschen Demokratischen Republik. Der Fernsehturm war eine von weither sichtbare Landmarke und wurde zu einem Ost-Berliner Wahrzeichen.
Seit den 1950er Jahren fanden regelmäĂig Kunstwettbewerbe auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz (Linie U2) statt. Nach 1990 fĂźhrte die BVG diese Tradition fort und organisierte mit der Neuen Gesellschaft fĂźr bildende Kunst (NGBK) erfolgreich thematische Kunstausstellungen auf den wandseitigen Werbeflächen der Untergrundstation.
Nach seiner Fertigstellung 1971 waren es zunächst GroĂereignisse, die den Platz belebten, wie zum Beispiel die X. Weltjugendfestspiele im Sommer 1973, die Feiern zum 25. Jahrestag der DDR im Oktober 1974 oder die Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag des Kriegsendes 1975. Der Platz entwickelte sich allmählich zum Zentrum Ost-Berlins.
Am 4. November 1989, einem Samstag, fand auf dem Platz die Alexanderplatz-Demonstration statt, eine der grĂśĂten Demonstrationen der Berliner Geschichte. Die RednertribĂźne befand sich unmittelbar vor dem Haus des Reisens. Die Alexanderplatz-Demonstration gilt als ein Meilenstein der friedlichen Revolution in der DDR. FĂźnf Tage nach dieser live im DDR-Fernsehen Ăźbertragenen Versammlung fiel die Berliner Mauer.
Planungen, Sanierungen und Neugestaltungen nach der Wende (1990â2004)
Nach der politischen Wende entsprach die sozialistische Stadtplanung und Architektur der 1970er Jahre nicht mehr den Vorstellungen einer innerstädtischen Platzsituation. Investoren verlangten Planungssicherheit fĂźr ihre Bauvorhaben. Aus den ersten Diskussionen mit der interessierten Ăffentlichkeit entstand schnell das Ziel, den Alexanderplatz wieder an das StraĂenbahnnetz anzuschlieĂen und besser an die umliegenden Stadtquartiere anzubinden. 1993 fand daher ein städtebaulicher Ideenwettbewerb fĂźr Architekten zur Umgestaltung des Platzes und seiner näheren Umgebung statt. In der ersten Phase gab es 16 Einsendungen, von denen fĂźnf im April 1993 fĂźr die zweite Phase des Wettbewerbs ausgewählt wurden. Diese fĂźnf Architekten mussten ihre Pläne an detaillierte Anforderungen anpassen. Beispielsweise war nun die RĂźckkehr der StraĂenbahn auf den Alex geplant, und die Umsetzung der Pläne in mehreren Stufen musste ermĂśglicht werden. Der am 17. September 1993 ermittelte Gewinner war der Berliner Architekt Hans Kollhoff, der, an den Behrens-Entwurf angelehnt, eine hufeisenfĂśrmige sieben- bis achtgeschossige Bebauung mit 150 m hohen TĂźrmen mit 42 Geschossen im AuĂenbereich vorsah. Das Alexanderhaus und das Berolinahaus â beide unter Denkmalschutz â bilden dabei die sĂźdwestliche Begrenzung. Den zweiten Platz belegte der Entwurf von Daniel Libeskind und Bernd Faskel. Der Vorschlag des ArchitekturbĂźros Kny & Weber, der sich stark an der Hufeisenform Wagners orientierte, errang schlieĂlich den dritten Platz. Der Entwurf von Kollhoff wurde am 7. Juni 1994 vom Berliner Senat als Grundlage fĂźr die weitere Umgestaltung des Alex beschlossen und wird als Kollhoff-Plan bezeichnet.
Im Jahr 1995 schloss zunächst die Landesbank Berlin die Sanierung des Alexanderhauses ab. 1998 fuhr die erste StraĂenbahn wieder Ăźber den Alexanderplatz, und 1999 wurden mit den GrundstĂźckseigentĂźmern und den Investoren die städtebaulichen Verträge fĂźr die Umsetzung der Pläne von Kollhoff und Timmermann unterzeichnet. Am 2. April 2000 schrieb der Senat endgĂźltig den Bebauungsplan fĂźr den Alexanderplatz fest. Die Kaufverträge zwischen Investoren und der Senatsverwaltung fĂźr Stadtentwicklung unterzeichneten beide Seiten am 23. Mai 2002, womit die Grundlagen fĂźr den Umbau geschaffen worden waren. Die Umsetzung erfolgte in kleinen Schritten, die angedachten Hochhäuser waren noch in weiter Ferne, weil sich kaum Investoren fanden.
Bauboom und Platzumgestaltung (seit 2004)
Der Umbau des Centrum Warenhauses begann 2004 durch die Berliner Architekten Josef Paul Kleihues und dessen Sohn Jan Kleihues. Seit der politischen Wende wird es als Galeria Kaufhof betrieben, die typische Aluminiumvorhangfassade wurde entfernt und in Teilen verkauft. Das Gebäude wurde um rund 25 m zum Platz hin vergrĂśĂert. Von 2005 bis 2006 wurde das Berolinahaus saniert, das seither eine Filiale der Bekleidungskette C&A beherbergt.
Im Jahr 2005 begann die BVG mit den Arbeiten zur Verlängerung der StraĂenbahnlinie von der Prenzlauer Allee zum Alexanderplatz (Alex II). Diese Strecke sollte nach ersten Planungen bereits im Jahr 2000 erĂśffnet werden, wurde jedoch mehrfach zurĂźckgestellt. Nach weiteren VerzĂśgerungen durch einen Baustopp zur FuĂball-Weltmeisterschaft 2006 nahm die BVG am 30. Mai 2007 den Betrieb auf dieser Strecke auf.
Seit Mitte der 1990er Jahre lief die denkmalgerechte Sanierung des grĂśĂten Berliner U-Bahnhofs, die im Oktober 2008 abgeschlossen war.cite-ref-24[24]
Im Februar 2006 begann die Neugestaltung der begehbaren Platzfläche. Die Umbaupläne lieferten das ArchitekturbĂźro Gerkan, Marg und Partner und die Hamburger Firma WES-Landschaftsarchitekten, die aus einem vom Land Berlin 2004 ausgeschriebenen Gestaltungswettbewerb hervorgegangen waren. Die Pflasterarbeiten wurden aber bereits einige Monate nach Baubeginn fĂźr die Zeit der FuĂball-Weltmeisterschaft 2006 unterbrochen und alle Baugruben provisorisch asphaltiert. Die Bauarbeiten konnten erst Ende 2007 abgeschlossen werden. Der Platz erhielt eine Pflasterung aus gelbem Granit, am Rand um die Gebäude mit grauem Mosaikpflaster eingefasst. Um den Brunnen der VĂślkerfreundschaft entstanden Distanzstufen wegen des Platzgefälles, um die U-Bahn-Eingänge Bänke. Die Wall AG hat in diesem Zusammenhang das aus den 1920er Jahren stammende unterirdische Toilettenhäuschen fĂźr rund 750.000 Euro modernisiert. Die Gesamtkosten der Platzumgestaltung sollen sich auf 8,7 Millionen Euro belaufen haben.
Am 12. September 2007 erĂśffnete das Einkaufszentrum Alexa, das sich in unmittelbarer Nähe des Platzes an der Stelle des alten Berliner Polizeipräsidiums befindet. Mit 56.200 m² Verkaufsfläche gehĂśrt es zu den grĂśĂten Einkaufszentren Berlins.
Im Mai 2007 begann die texanische GrundstĂźcksentwicklungsgesellschaft Hines mit dem Bau eines sechsgeschossigen Handelshauses mit dem Namen die mitte. Das Gebäude wurde auf einem 3.900 m² groĂen GrundstĂźck errichtet, das nach den Kollhoff-Plänen den Platz nach Osten abschlieĂt und somit die Platzfläche verkleinert. Das Geschäftshaus wurde am 25. März 2009 erĂśffnet.
Anfang 2007 hat das Bauunternehmen WĂśhr + Bauer eine Tiefgarage mit drei Ebenen unter der AlexanderstraĂe zwischen dem Hotelhochhaus und dem Haus der Elektroindustrie angelegt, die 25 Millionen Euro gekostet hat und Platz fĂźr rund 700 Autos bietet.cite-ref-25[25] Die ErĂśffnung fand am 26. November 2010 statt.cite-ref-26[26] Gleichzeitig hat der Senat die StraĂe von ehemals knapp 100 m Breite auf 58 m verschmälert und damit auf drei Fahrstreifen je Richtung reduziert. Die Kosten hierfĂźr beliefen sich auf 9,7 Millionen Euro.
Hinter dem Bahnhof Alexanderplatz neben dem Kino Cubix in direkter Nähe zum Fernsehturm entstand 2012â2014 das rund 30 m hohe Wohn- und Geschäftshaus Alea 101.
Der Bereich Alexanderplatz ist der grĂśĂte Kriminalitätsschwerpunkt Berlins.cite-ref-27[27] Seit Oktober 2017 wird der Alexanderplatz als kriminalitätsbelasteter Ort nach dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz Berlins eingestuft.cite-ref-28[28] 2022 wurden am Alexanderplatz 6436 Straftaten registriert, mehr als 17 pro Tag.cite-ref-29[29]
Zukunft des Platzes
Der Kollhoffsche Masterplan von 1993 sah langfristig den Abriss des 125 m hohen ehemaligen Interhotels Hotel Stadt Berlin (heute: Hotel Park-Inn) und die Errichtung dreier Hochhäuser an dieser Stelle vor. Das Hotelhochhaus wurde Anfang der 2000er zunächst innen saniert und erhielt im Jahr 2005 eine neue Fassade. Die FuĂumbauung des Hotels soll nach diesen Plänen jedoch in den nächsten Jahren der geplanten 35 m hohen neuen Blockumbauung weichen. Der bisherige Hauptmieter der Sockelbebauung Saturn zog im März 2009 in die mitte, im Laufe des Jahres 2014 hat Primark hier eine Filiale erĂśffnet und belebte diesen Bereich wieder. Im Mai 2014 forderte das Abgeordnetenhaus den Senat dazu auf, dieses Bauensemble in den Masterplan zu integrieren. Hierzu wurde im Juli und November 2015 ein zweiphasiger Fachworkshop mit BĂźrgerbeteiligung abgehalten. Ein Ergebnis hieraus war die Erhaltung des Park-Inn, andere Neubauten sollten sich in Fläche, Ausrichtung und HĂśhe an dieses anpassen bzw. orientieren. Der FuĂgängerbereich zur Galeria Kaufhof soll eine GlasĂźberdachung erhalten.cite-ref-30[30]cite-ref-31[31]
Das Land Berlin hat verlauten lassen, städtebauliche Verträge fßr den Bau geplanter Hochhäuser nicht gegen den Markt durchsetzen zu wollen. Von den einst 13 geplanten Hochhäusern blieben nach Modifikationen der Pläne zehn ßbrig, fßr acht existiert bereits ein Baurecht.cite-ref-32[32] Die Investoren des Einkaufszentrums Alexa haben seit 2007 mehrfach verkßndet, ihren entsprechenden Grundstßcksteil an einen Investor verkaufen zu wollen, der das Hochhaus errichten soll. Bis 2010 gab es aber keine Anzeichen, dass ein Investor gefunden wurde.cite-ref-33[33]
Die ersten konkreten Hochhausplanungen gibt es bei Hines, dem Investor von die mitte. Seit 2009 wird der Neubau eines 150 m hohen Turms hinter dem Handelshaus angekßndigt, am 12. September 2011 wurde ein leicht veränderter Bebauungsplan vorgestellt, der ein Wohnhochhaus mit 400 Wohnungen vorsieht, Anfang 2013 wurde der Bebauungsplan Üffentlich ausgelegt.cite-ref-34[34] Nach einem Architektenwettbewerb, den der US-Architekt Frank Gehry gewann, sollten die Bauarbeiten fßr das 39-geschossige Wohnhochhaus 2017 beginnen, dessen untere neun Etagen von einem Hotel genutzt werden sollen. Die ErÜffnung war fßr 2019 geplant.cite-ref-35[35] Nachdem es zu einem Absacken eines U-Bahn-Tunnels am benachbarten Covivio-Turm gekommen war, wurden weitere Untersuchungen 2021/2022 notwendig. Nunmehr wird der unter dem Hines-Turm liegende Tunnel zusätzlich saniert. Baustart fßr das Gebäude ist dann fßr 2025[veraltet] vorgesehen. Die Gesamtfertigstellung des Projekts sei nach neuer Planung fßr das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.cite-ref-36[36]
Im Herbst 2015 organisierte der Berliner Senat zwei Foren, in denen interessierte BĂźrger ihre Meinung zu den vorzunehmenden Ănderungen des Platzes vortragen konnten. Architekten, Stadtplaner und Senatsverantwortliche diskutierten in der Ăffentlichkeit. Bei dieser Gelegenheit wurde jedoch noch einmal bekräftigt, dass die Pläne fĂźr eine Bebauung mit Hochhäusern nicht zur Debatte stĂźnden. Gemäà dem Masterplan des Architekten Hans Kollhoff sollen weiterhin bis zu elf riesige Gebäude entstehen, die eine Mischung aus Geschäften und Wohnungen aufweisen sollen.cite-ref-37[37]
Anfang März 2018 wurde bekannt, dass das Bezirksamt Mitte die Baugenehmigung fßr das erste Wohnhochhaus, den ca. 150 m hohen Alexander Tower, erteilt hat. Auf 29 von 35 Stockwerken sollten dabei bis zur geplanten Fertigstellung 2023 direkt neben dem Einkaufszentrum Alexa 377 Wohnungen entstehen. Baubeginn war am 27. November 2019.cite-ref-38[38]cite-ref-39[39] Die Baustelle des Alexander Towers liegt Stand Dezember 2023 brach.cite-ref-40[40]
Fßr einen weiteren Turm am Platz, der rund 150 m hoch werden soll und von Development Covivio Deutschland als gemischtes Wohn- und Geschäftshaus zwischen Primark und dem U-Bahnzugang direkt am Alexanderplatz geplant wurde, fanden im Jahr 2019 archäologische Untersuchungen des Untergrundes statt. Auf dieser Fläche fanden die Wissenschaftler Reste der Exerzierhalle, Gräberfelder mit Skelettteilen; sie wurde am 18. November wieder zugeschßttet. Der Bauherr ßberlegt, Erkenntnisse der Archäologen in seinem Turmbau sichtbar zu machen, beispielsweise auf die Alexhalle Bezug zu nehmen. Neue Grabungsfelder neben dem Park Inn werden folgen. Nach alten Plänen stand hier das 1884 erÜffnete Grand Hôtel Alexanderplatz, das eine Bombe im Jahr 1943 komplett zerstÜrt hat. Die Archäologen freuen sich auf neue interessante Funde.cite-ref-schicht-4-3[4] Nachdem im Oktober 2022 ein Absacken eines U-Bahn-Tunnels neben dem Turm erkannt wurde, musst dieser erst bis August 2023 gehoben und stabilisiert werden.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42] Die Fertigstellung des Covivio-Turms ist nunmehr fßr Ende 2028 vorgesehen.cite-ref-digitalwerk2025-43-0[43]
Im FrĂźhjahr 2021 wurde bekannt, dass das Kaufhaus Galeria Kaufhof Richtung Karl-Liebknecht-StraĂe um ca. 20 m erweitert und an der Ecke Dircksen-/Karl-Liebknecht-StraĂe ein 135 m hohes Hochhaus integriert werden soll. Erste vorbereitende MaĂnahmen fanden bereits statt.cite-ref-44[44]cite-ref-45[45]cite-ref-46[46] 2023 wurde das Projekt an Commerz Real verkauft und im Januar 2024 begann der Hochbau.cite-ref-47[47] Die Fertigstellung ist fĂźr Ende 2028 geplant.cite-ref-digitalwerk2025-43-1[43]cite-ref-48[48]
Verkehr
Individualverkehr
Der Alexanderplatz war frĂźher Ausgangspunkt der drei StraĂen, die zum Prenzlauer, Bernauer und Landsberger Tor in der Zoll- und Akzisemauer fĂźhrten und daher bereits seit dem 18. Jahrhundert ein belebter Verkehrsknoten in Berlin. Die Anfang der 1930er Jahre geschaffene FernverkehrsstraĂe 1 (ab 1934: ReichsstraĂe) verlief Ăźber den Platz, heute tangieren ihn die BundesstraĂen B 1, B 2 und B 5.
S-Bahn, Regionalbahn und Fernverkehr
Der an der Stadtbahn liegende Bahnhof Alexanderplatz ist Station der S-Bahn-Linien S3, S5, S7 und S9, der Regionalbahn-Verbindungen RE1, RE2, RE7 und RB14 sowie am Wochenende der FernverkehrszĂźge des Harz-Berlin-Express (BerlinâMagdeburgâHalberstadtâThale bzw. HalberstadtâGoslar). Die Berliner Verkehrsbetriebe bezeichnen den Bahnhof als den wichtigsten Umsteigebahnhof, mehr als 120.000 Menschen steigen hier täglich ein oder um.
U-Bahn
Der U-Bahnhof Alexanderplatz ist â neben der Station Nollendorfplatz â einer der grĂśĂten BahnhĂśfe der Berliner U-Bahn. Dort fahren die Linien U2, U5 und U8. Die Bahnsteige sind H-fĂśrmig angelegt, wobei die U2 im Ăśstlichen Arm, die U8 im westlichen Arm und die U5 auf einer tiefer gelegenen Querebene fährt. Die Bahnsteige der U2 und U8 sind durch die Ladenpassage Ăźber dem Tiefbahnhof der U5 miteinander verbunden.
Der Bahnsteig der Linie U2 wurde am 1. Juli 1913 erĂśffnet. Am 18. April 1930 folgte der Bahnhof der Linie U8. Am 21. Dezember desselben Jahres kam der Bahnhof der U5 hinzu. Nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 war der Bahnsteig der U8 vom restlichen Bahnhof abgetrennt und seine Zugänge waren zugemauert, da die ZĂźge der vom West- durch den Ost- zurĂźck in den Westsektor verkehrenden Linie hier ohne Halt durchfuhren. Damit gehĂśrte der Bahnsteig zu den sogenannten âGeisterbahnhĂśfenâ. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde bzw. wird der U-Bahnhof umfassend fĂźr 36 Millionen Euro saniert.
StraĂenbahn- und Omnibus-Linien
Am Alexanderplatz befinden sich drei Haltestellen der Berliner StraĂenbahn, die sich auf zwei getrennte Strecken verteilen, die von insgesamt vier Linien befahren werden (M2, M4, M5, M6).
Die im Dezember 1998 erĂśffnete Strecke Alex I fĂźhrt vom Nordosten auf den Platz, verlässt ihn zwischen Berolina- und Alexanderhaus und biegt dann in die GontardstraĂe ein. Die erste Haltestelle (U-Bahnhof Alexanderplatz) befindet sich direkt im Nordosten des Platzes, die zweite hinter dem S-Bahnhof in der GontardstraĂe (S- und U-Bahnhof Alexanderplatz/GontardstraĂe). Die Strecke wird von den Linien M4, M5 und M6 befahren. Werktags fahren Ăźber 850 Mal StraĂenbahnen Ăźber den Platz und transportieren rund 120.000 Fahrgäste. Der Platz ist ein kompletter FuĂgängerbereich, auf den einige Ausgänge der U-Bahn herauffĂźhren. FĂźr die StraĂenbahn gilt Schritttempo.
Die Strecke Alex II wurde am 30. Mai 2007 erĂśffnet und fĂźhrt von der Karl-Liebknecht-StraĂe in die DircksenstraĂe, in der die Strecke zwischen Berolinahaus und S-Bahnhof an der Haltestelle S- und U-Bahnhof Alexanderplatz/DircksenstraĂe endet. Eine Wendeschleife gibt es nicht, jedoch existiert fĂźr das Gleis Richtung Karl-Liebknecht-StraĂe ein Anschluss von der Strecke Alex I; das andere Gleis endet stumpf. Die Strecke wird von der Linie M2 mit Zweirichtungsfahrzeugen befahren.
Es halten die Omnibus-Linien 100, 200, 300 und 248 und die Nachtbus-Linien N2, N5, N8, N42, N60 und N65. Bis zur Beseitigung des zentralen Rondells umrundeten alle innerstädtischen Buslinien den Platz und auch der O-Bus hatte hier zwei Haltestellen.
Ausbau der BahnhĂśfe von S-Bahn und Regionalbahn
â
Hauptartikel
:
Bahnhof Berlin Alexanderplatz
Ab 1875 wurde auf dem zugeschĂźtteten Berliner Festungsgraben (Teil der Stadtbefestigung aus dem 17. Jahrhundert) die Trasse der Berliner Stadtbahn mit je zwei Gleisen fĂźr den Personennah- und -fernverkehr angelegt. Im Verlauf der Strecke zwischen den Stationen BĂśrse (heute: Hackescher Markt) und JannowitzbrĂźcke lag der Bahnhof Alexanderplatz mit einer Bahnsteighalle Ăźber zwei Mittelbahnsteigen, der am 7. Februar 1882 zunächst fĂźr den Nahverkehr der Stadt- und Vorortstrecken erĂśffnet wurde. Am 15. Mai desselben Jahres folgte die Inbetriebnahme der beiden Fernbahngleise. Im Rahmen der âGroĂen Elektrisierungâ begann dort am 11. Juni 1928 der Betrieb mit elektrischen Triebwagen, die vorwiegend der neuen Baureihe ET 165 entstammten. Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Bahnhof schwere Schäden. Ab Ende 1945 bis 1951 wurde die Bahnsteighalle wiederhergestellt. Das zerstĂśrte Empfangsgebäude an der DircksenstraĂe wurde ersatzlos abgebrochen. Die Bahnsteigtreppen wurden neu eingebaut, die GewĂślbebĂśgen aus Sandstein mit Sichtmauerwerk und Formsteinen wurden verkleidet, Ăźberstehende Gesimse abgeschlagen. FĂźr einige S-Bahn-Linien wurde der Bahnhof Alexanderplatz nach der Inbetriebnahme neuer S-Bahn-Linien in die Ost-Berliner Neubaugebiete zum Endbahnhof. Aufgrund des komplizierteren Betriebsablaufes mussten das westliche Gleis der Fernbahntrasse und der Fernbahnsteig zusätzlich der S-Bahn dienen.
Nach der politischen Wende war es notwendig, wegen des hohen Verkehrsaufkommens die nun Ăźber 100 Jahre alten gemauerten ViaduktbĂśgen zusammen mit dem Bahnhof erneut zu sanieren. Dabei wurden Mauerwerk und BĂśgen wieder freigelegt. Nach den Gesichtspunkten einer modernen Verkehrsstation erneuerte das ArchitekturbĂźro Chestnut/Niess den gesamten Bahnhof einschlieĂlich aller Treppenanlagen, Fahrtreppen, AufzĂźge und beider Bahnsteige sowie des Ăbergangs zur U-Bahn. Am 12. März 1998 konnte der vollständig sanierte Bahnhof in Betrieb genommen werden. Seitdem wird auch der Bahnbetrieb auf den vier Gleisen wieder paarweise getrennt durchgefĂźhrt: auf dem einen Bahnsteig fĂźr Regionalbahn-, Regional-Express- und FernzĂźge und auf dem anderen Bahnsteig fĂźr die S-Bahn-ZĂźge. Intercity- und ICE-ZĂźge fahren ohne Halt durch. In den ViaduktbĂśgen befinden sich Geschäfte des täglichen Bedarfs, Schnellimbisse, ein S-Bahn-Kundenzentrum sowie ein DB-Reisezentrum.
FuĂgängertunnel
Unter dem Alexanderplatz befinden sich zahlreiche FuĂgängertunnel, die einerseits die Zugänge zu den U-BahnhĂśfen bilden, andererseits auch direkte Verbindungen zu verschiedenen Zielen darstellen. In den 1970er Jahren wurde unterhalb des Autotunnels der Hans-Beimler-StraĂe (ab 1995: Otto-Braun-StraĂe, seit 2006 TeilstĂźck der AlexanderstraĂe) ein FuĂgängertunnel angelegt, um auf die Ăśstliche StraĂenseite mit dem Haus des Lehrers und der Kongresshalle (seit 2003: Berlin Congress Center, bcc) zu gelangen. Zwei Tunnel, die an der Nordseite des Platzes vor dem Haus der Elektrotechnik zu einer unterirdischen Ladenpassage zwischen den U-BahnhĂśfen der Linien U2 und U5 fĂźhrten, wurden in den späten 1990er Jahren zugeschĂźttet.
In einem kurzen TunnelstĂźck nĂśrdlich des Brunnens der VĂślkerfreundschaft zur Ladenpassage lieĂ die DDR bei den groĂen Umbauarbeiten im Jahr 1968 die acht Fliesenbilder vom Alexanderplatz anbringen. Sie stammen aus der Porzellanmanufaktur MeiĂen und zeigen historische Ansichten des Alexanderplatzes. Diese Bilder stehen zusammen mit den BahnhĂśfen der S-Bahn und der U-Bahn unter Denkmalschutz.cite-ref-49[49] Seit Oktober 2006 befinden sich die Fliesenbilder vom Alexanderplatz in der Sammlung der Stiftung Stadtmuseum Berlin.
Bauwerke
Siehe auch
:
Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Mitte/KĂśnigsstadt
Ăberblick
Jenseits der den Platz begrenzenden 150 m breiten AlexanderstraĂe wird der Alexanderplatz im Nordosten bis heute von Baudenkmälern sozialistischer Architektur wie dem Haus des Lehrers (mit Kongresshalle), dem Haus der Elektroindustrie und dem Haus des Reisens abgeschlossen. Aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammen lediglich die beiden Behrens-Bauten Alexanderhaus und Berolinahaus sowie die Bahnhofshalle im SĂźdwesten. Im Nordwesten wird der Platz durch das 2006 erweiterte ehemalige Centrum-Warenhaus (heute: Galeria Kaufhof), das Hotel Park Inn (ehemaliges Interhotel Stadt Berlin) sowie das Haus des Berliner Verlages begrenzt. Im Nordosten des Platzes entstand das im März 2009 erĂśffnete Handelshaus die mitte. SĂźdĂśstlich an der AlexanderstraĂe befindet sich ein neues Einkaufszentrum mit dem Namen Alexa.
Die Adresse Alexanderplatz fĂźhren nur noch Gebäude, die direkt auf dem Platz liegen. Bis Juni 2006 galt diese Adresse auch fĂźr die Gebäude nĂśrdlich und Ăśstlich des Platzes, an der StraĂenverbindung zwischen MemhardstraĂe und Karl-Marx-Allee. Mit der Neugestaltung und der damit verbundenen Neubebauung des Platzes auf der Nordostseite (die mitte) wurde dieser StraĂenabschnitt in AlexanderstraĂe umbenannt, die somit von SĂźden kommend Ăźber die GrunerstraĂe bis zur MemhardstraĂe verlängert wurde. Die zum Alexanderplatz gehĂśrenden Hausnummern waren bisher entgegen dem Uhrzeigersinn wie folgt vergeben:
⢠Alexanderplatz 1: Berolinahaus
⢠Alexanderplatz 2: Alexanderhaus
⢠Alexanderplatz 3: Berlin Congress Center (bcc) / Kongresshalle, neu: AlexanderstraĂe 11
⢠Alexanderplatz 4: Haus des Lehrers, neu: AlexanderstraĂe 9
⢠Alexanderplatz 5: Haus des Reisens, neu: AlexanderstraĂe 7
⢠Alexanderplatz 6: Haus der Elektroindustrie, neu: AlexanderstraĂe 1, 3 und 5
⢠Alexanderplatz 7: Untergebäude des Hotelhochhauses mit Geschäften
⢠Alexanderplatz 8: Hotel Park Inn
⢠Alexanderplatz 9: Galeria Kaufhof (ehemals: âCentrumâ-Warenhaus)
Der Alexanderplatz ist auch einer der fĂźhrenden Hotelstandorte der Stadt: Im Umkreis von 500 m gibt es elf Hotels und Hostels (Stand: August 2008), fĂźnf weitere sind geplant.cite-ref-50[50]
Alexanderhaus und Berolinahaus
Das Alexanderhaus und das Berolinahaus sind die beiden einzigen Gebäude des Planes von Peter Behrens von 1929, die realisiert wurden. Die nunmehr denkmalgeschßtzten achtgeschossigen Gebäude entstanden in moderner Stahlbeton-Skelettbauweise. Baubeginn fßr das Berolinahaus war 1929, fßr das Alexanderhaus 1930. Beide Gebäude wurden bis 1932 von US-amerikanischen Investoren errichtet, die auch eine enge Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben der Stadt forderten. In beiden Häusern befindet bzw. befand sich daher ein direkter Eingang zum Verteilergeschoss des U-Bahnhofs, wobei heute nur noch der Zugang im Berolinahaus vorhanden ist, ßber den man direkt auf den Bahnsteig der Linie U8 gelangt.
Die Erdgeschosse der Gebäude waren fßr Läden vorgesehen, im ersten Obergeschoss befindet sich jeweils eine hervorstehende, umlaufende Glasgalerie fßr Restaurants. Die sechs restlichen Etagen waren fßr Bßros vorgesehen. Die charakteristische Fassade besteht aus quadratischen Fenstern, die durch Unterteilungen nochmals in vier Quadrate geteilt sind. Jeweils zwei bis drei Fenster sind in einer gemeinsamen Vertiefung in der Natursteinfassade zusammengefasst.
Im Zweiten Weltkrieg wurden beide Gebäude stark beschädigt, nach dem Krieg aber wiederhergestellt. Im Alexanderhaus erÜffnete 1951 ein HO-Warenhaus, während in das Berolinahaus die Verwaltung des Stadtbezirks Mitte und ein Postamt einzogen.
Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde zunächst 1993 bis 1995 das Alexanderhaus von der Landesbank Berlin nach Plänen des Architektenbßros Pysall, Stahrenberg & Partnercite-ref-51[51] fßr mehr als 300 Millionen Mark restauriert. Fßr diese Restaurierung bekamen Bauherr und Architekten 1998 den europäischen Denkmalschutzpreis. Genutzt wird das Gebäude, wie bereits seit den 1930er Jahren, als Zentrale der Berliner Sparkasse.
Das Berolinahaus, in dem sich bis 1998 das Bezirksamt Mitte befand und das seither leer stand, wurde ab 2005 von der GrundstĂźcksentwicklungsgesellschaft Pegasus fĂźr 48 Millionen Euro nach Plänen von Sergei Tchoban saniert. Dabei wurden die unteren Etagen entkernt, nur die oberen Etagen behielten ihre kleinen BĂźroräume, wie Behrens sie konzipiert hatte. Auch der Paternosteraufzug im Gebäude wurde entfernt. Nach auĂen sieht das Gebäude jedoch aus DenkmalschutzgrĂźnden nach der Sanierung aus wie schon bei seiner ErĂśffnung 1932. Auf dem Dach soll ein Dachgarten entstehen.
Seit dem 7. September 2006 werden die unteren zwei Etagen und zwei Untergeschosse vom Bekleidungshaus C&A genutzt, das somit an den Alexanderplatz zurĂźckkehrte, an dem 1911 die erste deutsche C&A-Filiale erĂśffnet worden war, und hier seine mit 4000 m² viertgrĂśĂte Filiale betreibt.cite-ref-52[52] Weitere Mieter sind die Drogeriekette dm und die Hauptgeschäftsstelle des Vereins zur FĂśrderung eines Deutschen Forschungsnetzes.
Brunnen der VĂślkerfreundschaft
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Hauptartikel
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Brunnen der VĂślkerfreundschaft
Der Brunnen der VĂślkerfreundschaft wurde 1970 bei der Neugestaltung des Alexanderplatzes aufgestellt und am 7. Oktober eingeweiht. Er wurde von einer KĂźnstlergruppe rund um Walter Womacka geschaffen. Sein Wasserbecken hat einen Durchmesser von 23 m, er ist 6,20 m hoch und besteht aus getriebenem Kupfer, Glas, Keramik und Emaille. Das Wasser tritt an der hĂśchsten Stelle aus und flieĂt dann spiralfĂśrmig Ăźber 17 Schalen abwärts, die einen Durchmesser zwischen einem und vier Metern haben. Nach der politischen Wende wurde der Brunnen während des Umbaus der Galeria Kaufhof in einer Metallkunstwerkstatt komplett saniert.
Weltzeituhr
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Weltzeituhr
Berolina
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Berolina
Die bekannteste Personifikation der Stadt Berlin, die vom Bildhauer Emil Hundrieser geschaffene Berolina, wurde am 17. Dezember 1895 auf dem Alexanderplatz enthĂźllt. Die 7 1â2 m hohe Statue aus Kupfer stand auf einem 6,25 m hohen Sockel aus rotem schwedischen Granit.cite-ref-53[53] Mit der rechten Hand hielt sie das Berliner Stadtwappen, mit der linken wies sie â laut Heinrich Zille â auf eine nahegelegene BedĂźrfnisanstalt. Auf ihrem Kopf trug sie die städtische Mauerkrone. Von den Berlinern wurde die fĂźnf Tonnen schwere Statue liebevoll âBärenlinaâ genannt. Im Zuge des U-Bahn-Baus wurde die Berolina-Statue 1927 abgebaut und auf Drängen der Ăffentlichkeit 1933 vor dem Alexanderhaus auf einem schlichteren Sockel wieder aufgestellt. Die Statue wurde 1942 zu RĂźstungszwecken eingeschmolzen und der Sockel 1958 entfernt. Ein verkleinertes Modell der Berolina befindet sich im Märkischen Museum.cite-ref-54[54] Seit dem Jahr 2000 setzt sich der âFĂśrderverein zur Wiedererstellung und Pflege der Berolina e. V.â fĂźr die Rekonstruktion der Statue ein.cite-ref-55[55]
Alexanderplatz in der Literatur und Kunst (Auswahl)
⢠Berliner Luft â Gemälde von Lesser Ury
⢠Berlin Alexanderplatz â Roman von Alfred DĂśblin, 1929
⢠Die Geschichte vom Franz Biberkopf â HĂśrspiel von Alfred DĂśblin
⢠Total manoli â Gedicht von Kurt Tucholsky
⢠Total manoli â Revue von Rudolf Nelson
⢠Leben und Treiben am Alexanderplatz â Kurzfilm von Max Skladanowsky, 1896
⢠Berlin â Die Sinfonie der GroĂstadt â Film von Walter Ruttmann, 1927
⢠Berlin â Alexanderplatz â Film von Piel Jutzi, 1931
⢠Ein Lord am Alexanderplatz â Film von GĂźnter Reisch, 1967
⢠Berlin Alexanderplatz â Fernsehverfilmung von Alfred DĂśblins Roman unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder, 1980
⢠Alexander Platz â Lied von Franco Battiato aus dem Album Giubbe Rosse
⢠Berlin Alexanderplatz â freie Verfilmung von Alfred DĂśblins Roman unter der Regie von Burhan Qurbani, 2020
Sonstiges
Der Alexanderplatz ist der einzige noch bestehende und sich an originalem Standort befindende Platz vor einem der frĂźheren mittelalterlichen Tore der Berliner Stadtmauer.
Das WC-Center am Alexanderplatz ist Berlins meistgenutzte Üffentliche Toilette. Es wird täglich von rund 900 Menschen genutzt. Die ursprßnglich aus den 1920er Jahren stammende unterirdische WC-Anlage wurde 2007 aufwendig saniert und ist seitdem sowohl ßber eine Treppe als auch ßber einen Aufzug erreichbar.cite-ref-56[56]
Literatur
⢠Harald Hauswald (Foto), Gßnter Lamprecht (Hrsg.): Alexanderplatz: Geschichten vom Nabel der Welt. Jaron Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-89773-693-1.
⢠Alexander Schug (Hrsg.): 5 Namen â 1 Platz. Der Berliner Alexanderplatz. Vergangenheitsverlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-940621-00-9.
⢠Gernot Jochheim: Der Berliner Alexanderplatz. Ch. Links Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-86153-391-7.
⢠Annegret Burg: Alexanderplatz Berlin. Geschichte Planung Projekte. Senatsverwaltung fßr Stadtentwicklung Berlin. Kulturbuch, Berlin 2001, ISBN 3-00-007839-8.
⢠Hans-Joachim Pysall: Der Alexanderplatz â Das Alexanderhaus. jovis, Berlin 1998, ISBN 3-931321-87-8.
⢠Entwicklungsgemeinschaft Alexanderplatz: Alexanderplatz. Städtebaulicher Wettbewerb. Senatsverwaltung fßr Stadtentwicklung. Ernst & Sohn, Berlin 1994, ISBN 3-433-02477-4.
⢠Gisela Fiedler-Bender: Peter Behrens. Berlin Alexanderplatz. Bezirksverband Pfalz. Die Pfalzgalerie, Kaiserslautern 1993, ISBN 3-89422-066-X.
⢠Max Missmann, Hans-Werner Klßnner: Berliner Plätze. Argon, Berlin 1992, ISBN 3-87024-223-X.
⢠Klaus J. Lemmer: Alexanderplatz. Ein Ort deutscher Geschichte. Parkland, Stuttgart 1991, ISBN 3-88059-602-6.
⢠Ursula Hirsch: Aus der Geschichte des Alexanderplatzes, neunteilige Serie in der Tageszeitung BZ am Abend, Februar 1969. Ergebnisse aus Recherchen im Stadtarchiv.
⢠Das älteste bekannte Foto vom Alexanderplatz (um 1860). In: Berliner Zeitung, 2. Oktober 2021
Weblinks
Commons
: Alexanderplatz
â Album mit Bildern
Commons
: Alexanderplatz
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Informationen zum Alexanderplatz in Berlin im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Suche nach Alexanderplatz Berlin. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
⢠Suche nach Berlin Alexanderplatz im Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin â PreuĂischer Kulturbesitz
⢠Alexanderplatz. In: StraĂennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
⢠Senatsverwaltung fßr Stadtentwicklung:
⢠Geschichte, Bestand und Planung.
⢠Umgestaltung seit 1990. (Memento vom 4. Februar 2014 im Internet Archive)
⢠Zukßnftige Umgestaltung
⢠NahverkehrslinienfĂźhrung â Plan der BVG
⢠Videos zur Umgestaltung des Alexanderplatzes in den 1960er Jahren im ARD-Retro-Angebot der ARD Mediathek:
⢠Berlin â Sprengungen im Zentrum. Deutscher Fernsehfunk, 15. November 1956.
⢠Hubschrauber heben Fahrstuhlteile auf Dach von Haus des Lehrers in Berlin. Deutscher Fernsehfunk, 19. Juli 1964.
⢠Baustelle Alexanderplatz â TĂźcken des Untergrunds rbb, 14. Februar 2023
⢠Baustelle Alexanderplatz â Bauzäune fĂźr die Ewigkeit? rbb, 31. Januar 2024
⢠Alexanderplatz: Viel Raum fßr freie Rede. Orte der Einheit (Haus der Geschichte).
Einzelnachweise
cite-note-die-mitte-hochhaus-11. â Investor plant hĂśchstes Haus Berlins. In: Tagesspiegel. 19. März 2009 (Online [abgerufen am 4. Dezember 2022]).
cite-note-22. â alexanderplatz.de. Abgerufen am 20. Oktober 2012.
cite-note-33. â Ursula Hirsch: Aus der Geschichte des Alexanderplatzes, BZA, Teil 1: FoltergebĂźhr: 10 Schillinge, 1969.
cite-note-schicht-44. â Maritta Tkalec: Schichtenweise Alexanderplatz. In: Berliner Zeitung, 18. November 2019, S. 10.
cite-note-behrensbuchpfalz-55. â Gisela Fiedler-Bender: Peter Behrens. Berlin Alexanderplatz. Bezirksverband Pfalz. Die Pfalzgalerie, Kaiserslautern 1993, ISBN 3-89422-066-X.
cite-note-66. â Serie Aus der Geschichte des Alexanderplatzes, T. 2: RĂźger auf der Lauer.
cite-note-geschichte-t-3-77. â Serie Aus der Geschichte des Alexanderplatzes, T. 3: TretmĂźhle im Arbeitshaus.
cite-note-geschichte-t-4-88. â Aus der Geschichte des Alexanderplatzes, T. 4: Taufe
cite-note-99. â Theodor Fontane: Von Zwanzig bis DreiĂig. Abschnitt: Der achtzehnte März, Erstes Kapitel.
cite-note-101. Sensationsfund: Das älteste Foto vom Alexanderplatz. 2. Oktober 2021, abgerufen am 13. August 2023.
cite-note-112. Aus: H. Rudolf: Auf der Berliner Stadtbahn. In: Westermannâs illustrirte deutsche Monats-Hefte, Heft 309
cite-note-1212. â Gernot Jochheim: Der Berliner Alexanderplatz, Links Berlin 2006, ISBN 978-3-86153-391-7, S. 107.
cite-note-1313. â Gernot Jochheim: Der Berliner Alexanderplatz, Links Berlin 2006, ISBN 978-3-86153-391-7, S. 109.
cite-note-1414. â Hans-Joachim Pohl: Chronik des StraĂenbahnverkehrs auf dem Alexanderplatz. In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Heft 1, 1999, S. 17â18.
cite-note-1515. â Wolfgang Becker: Die gestĂśrte Idylle des Platzes. Der Ăśffentliche Raum und die moderne Kunst, ein Denkmodell. In: Plätze. In: die waage. Zeitschrift der GrĂźnenthal GmbH. Band 36, Aachen 1997, Nr. 1, S. 38â44, hier: S. 38.
cite-note-bza-t-7-1616. â Ursula Hirsch: Aus der Geschichte des Alexanderplatzes, T. 7: Steinkäfige und Monstrebauten; BZA, 1969.
cite-note-bza-t-8-1818. â Ursula Hirsch: Aus der Geschichte des Alexanderplatzes, BZA-Serie, T. 8: Das groĂe Chaos, 1969.
cite-note-1919. â Sprengung des Kirchturms der Georgenkirche am Berliner Alexanderplatz. In: Junge Kirche. Band 11, Nr. 10/11, 10. Juli 1950, S. 397.
cite-note-2020. â Holger ZĂźrch: Verlorene Kirche in Berlin-Mitte: die Georgenkirche. In: Leipziger Zeitung. 23. Oktober 2022, abgerufen am 13. Juli 2025.
cite-note-2121. â Holger Barth, Thomas Topfstedt u. a.: Vom BaukĂźnstler zum Komplexprojektanten - Architekten in der DDR: Dokumentation eines IRS-Sammlungsbestandes biographischer Daten. In: Dietrich FĂźrst, Karl-Dieter Keim, Volker Martin, GĂźnther Uhlig (Hrsg.): REGIO (= Regio doc). Nr. 3. IRS/Institut fĂźr Regionalentwicklung und Strukturplanung, Erkner (bei Berlin) 2000, ISBN 978-3-934669-00-0, S. 165.
cite-note-2222. â Aktuelle Kamera: Berlin â Sprengungen im Zentrum | ARD Mediathek. Abgerufen am 24. Januar 2022.
cite-note-bza-t-9-2323. â Ursula Hirsch: Aus der Geschichte des Alexanderplatzes, BZA-Serie, T. 8: Ein kĂźhnes Gesicht, 1969.
cite-note-2424. â U-Bahnhof Alexanderplatz ist endlich fertig. In: Berliner Morgenpost, 18. Oktober 2008.
cite-note-2525. â Ein See in der Baustelle am Alexanderplatz. In: Berliner Morgenpost
cite-note-2626. â Schmale StraĂe und tiefe Garage. In: Berliner Zeitung, 13. Oktober 2010
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cite-note-4444. â Jochen Knoblach: Mit Hochhaus und Dachterrasse: So soll am Alex das Kaufhaus Ăźberleben. In: Berliner Zeitung. 18. März 2021, abgerufen am 24. Juli 2021.
cite-note-4646. â Ulrike Kiefert: Hochhaus mit Food Market und Dachterrasse: Signa bekommt Bauvorbescheid fĂźr Warenhaus-Umbau am Alexanderplatz. In: Berliner Woche. 25. März 2021, abgerufen am 24. Juli 2021.
cite-note-4747. â BjĂśrn Leffler: Alexanderplatz: Hochhausprojekt âMYNDâ am Galeria Kaufhof ist im Bau. Entwicklungsstadt Berlin, 20. Februar 2024; abgerufen im 1. Januar 1.
cite-note-4848. â Christoph von Schwanenflug: Kaufhof muss am Berliner Alexanderplatz weichen. Immobilionzeitung, 1. November 2024; abgerufen im 1. Januar 1.
cite-note-4949. â 8 Ansichten vom Alexanderplatz aus der Porzellanmanufaktur MeiĂen, 1968, im FuĂgängertunnel
cite-note-5050. â Bauwerke am Alexanderplatz. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 9. Dezember 2012; abgerufen am 20. Oktober 2012.
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cite-note-5353. â Gernot Jochheim: Der Berliner Alexanderplatz. Ch. Links, Berlin 2006, ISBN 3-86153-391-X, S. 101.
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